Frühere Aktivitäten

 

Kirche am Markt

Auch in diesem Jahr beteiligte sich die Katholische Stadtkirche wieder an der „Kirche am Markt“ der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Bottrop.  

Seit 2003 gibt es sie, die Kirche am Markt. Früher auch an anderen Markttagen und anderen Standorten, findet man sie in den letzten Jahren jeweils zwischen Ostern und Pfingsten auf dem Mittwochsmarkt vor dem Hauptportal der Cyriakuskirche. Passend zum Leben zwischen einem Käse- und einem Fleischwarenstand steht ein Pavillion, von dem Geistliche und ehrenamtliche Mitarbeiter der evangelischen, katholischen, der evangelisch-freikirchlichen, der freien evangelischen, der Apostolischen Gemeinschaft und der alt-katholischen Kirche „ausschwärmen“ und den Marktbesuchern Grußkarten übergeben.   

In diesem Jahr haben sie sich das Thema „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ gestellt und die Grußkarten mit entsprechenden Gedanken versehen. Für die christlichen Kirchen ist es wichtig, sich nicht hinter ihren Mauern zu verstecken, sondern mitten in der Innenstadt auf dem Wochenmarkt auf die Menschen zuzugehen. Und was liegt näher, als sich zusammenzutun und gemeinsames Gedankengut zu verbreiten, als getrennt zu marschieren?


500 Jahre alte Bronzeglocke läutet wieder in der Heimat

Die Katholische Kirchengemeinde Propstei St. Cyriakus, Paßstr. 2, D-46236 Bottrop, Bundesrepublik Deutschland

und die 

Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus, Kirchstraße 26, PL-32-607 Polanka Wielka, Polen 

schließen folgenden Vertrag:

Präambel Im Jahre 1525 wurde für die Pfarrei St. Nikolaus, Polanka Wielka, Polen, eine Glocke gegossen. Über vier-hundert Jahre rief sie die Gläubigen zum Gebet und zur Feier der Eucharistie, verkündete Freud und Leid. Im Jahre 1942 wurde diese Glocke von den deutschen Besatzern requiriert und nach Deutschland verbracht. Zum Glück überlebte sie den Zweiten Weltkrieg und wurde nicht wie viele andere Glocken aus Deutschland und Polen eingeschmolzen. Im Jahre 1955 wurde die Glocke der neuen Kichengemeinde St. Barbara, Bottrop-Lehmkuhle, für die neu erbaute St. Barbara-Kirche als sogenannte „Patenglocke“ übergeben. Auch hier hat sie über 50 Jahre ihre liturgische Funktion erfüllt. Nun soll die Glocke wieder zurückkehren an den Ort ihrer Herkunft. Möge dies ein Zeichen der Versöhnung von Polen und Deutschen sein sowie ein Zeichen der Verbundenheit in Christo. Möge die Glocke noch lange der St. Nikolaus-Pfarrei dienen getreu einem alten Glockenspruch: LAUDO DEUM VERUM PLEBEM VOCO CONGREGO CLERUM PESTEM FUGO FULGURA FRANGO FESTA DECORO VIVOS VOCO MORTUOS PLANGO 


Delegation der Propstei St. Cyriakus trat den Gegenbesuch zur Glockenübergabe nach Polanka Wielka an.

Am 19. November 2011 wurde eine Glocke der St. Barbara-Kirche an ihre ursprüngliche  Eigentümerin, die Pfarrei St. Nikolaus in Polanka Wielka (Polen)zurückgegeben. Nun folgte eine Bottroper Delegation der Gegeneinladung der polnischen Gemeinde. Zur Reisegruppe gehörten Propst Paul Neumann, Pastor Rudolf Garus, der St. Cyriakus-Verwaltungsleiter Klaus Dobrindt, der ehemalige Verwaltungsleiter Gerhard Reinhold, Martin Oppermann und Brigitte Hülsen vom Kirchenvorstand der Groß-Gemeinde sowie der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andreas Klimek.

In Polen angekommen erwartete die Bottroper ein umfangreiches Programm: es wurde das nahegelegene Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau, aber auch neu errichtete Pfarrgemeinden in der Umgebung besucht. Ebenfalls auf dem Programm standen viele Empfänge, wie etwa beim Ortsvorsteher von Polanka Wielka. Ein Höhepunkt war der Tag in Krakau mit anschließendem Empfang beim Weihbischof von Krakau und Führung durch das bischöfliche Palais. Bei diesen zahlreichen Ausflügen wurde die Gruppe von Prälat Porzycki und Kaplan Andrzej Zemla begleitet. Die Übersetzungen von Pastor Garus machten die Verständigung einfach und ermöglichten einen regen Austausch bei den Begegnungen.

 

Eine immer wieder thematisierte Person war Papst Johannes Paul II., dessen Geburtsort auch besucht wurde. Brigitte Hülsen war besonders angetan von der Verehrung des selig gesprochenen polnischen Papstes.

„Die Glockenübergabe hatte viele Hürden zu überwinden. Ohne den persönlichen Einsatz, der über das Maß der täglichen Verwaltungsarbeit hinausging, wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, berichteten Klaus Dobrindt und Gerhard Reinhold, der die Glockenübergabe initiiert hatte. Auch für Propst Neumann steht die Glockenübergabe in einem besonderen Licht: „Sie ist von großem Wert, da die Übergabe der Glocke ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung unserer Völker ist.“

Die Übergabe wurde in einem zweisprachigen Dankgottesdienst vollendet. In seiner Predigt in St. Nikolaus sagte Prälat Tadeuz Porzycki: „Denn der Herr Jesus ruft uns zur Eintracht auf, zur Vergebung, zur brüderlichen Liebe¸ die größer sein muss als die Grenzen […] Und so wurde die Glocke zu einer Verbindung zwischen der Stadt Bottrop und Polanka Wielka“.

Die großartige Gastfreundschaft trug einen großen Teil dazu bei, dass viele interkulturelle Erfahrungen gesammelt und Kontakte geknüpft wurden, von denen sich besonders Andreas Klimek und Martin Oppermann erhoffen, dass dass sie langfristig bestehen bleiben. In diesem Sinne nahmen die Bottroper Abschied von der Gemeinde St. Nikolaus und der Glocke, die nun nach langer Zeit wieder in ihrer alten Heimat läutet.

 

Katholische Stadtkirche Bottrop, Stadtkatholikenrat Bottrop,

Dekanat Bottrop

Kirchplatz 2-3

46236 Bottrop